Die Geschichte von Fréjus…

Fréjus, 2000-jährige Geschichte

Diaporama Monument : L'Hermès

Es ist nicht einfach, 2000 Jahre Geschichte in wenigen Sätzen zusammenzufassen, denn beim Bau dieser Stadt gingen die Jahrhunderte nahtlos ineinander über.

Der Stadtführer des Tourismusbüros erzählt Ihnen hier von den wichtigsten Momenten, die das Leben dieser Stadt geprägt haben.

WAS DIE GROSSEN MÄNNER, DIE DIE GESCHICHTE VON FRÉJUS BEEINFLUSST HABEN, UNS ERZÄHLEN WÜRDEN…

Wie könnte ich als Stadtführer von Fréjus, das seit 1987 zum Netz der „Städte und Regionen der Kunst und der Geschichte“ gehört, die reiche Geschichte von Fréjus mit wenigen Worten zusammenfassen?

Warum bitten wir nicht ein paar berühmte Männer, die Zeugen dieser Geschichte waren, sie uns zu erzählen?

Der römische General Gnaeus Julius Agricola, der im Jahr 40 nach Christus in Forum Iulii geboren wurde, würde uns zum Beispiel erzählen :

“Ich gehöre zum Geschlecht der Julier, wie schon die Gründer der Stadt Julius Caesar und Kaiser Octavianus Augustus, die ihre berühmtesten Vertreter sind. Der Erste richtete gegen 49 v. Chr. den Forum Julii genannten Markt ein, der Zweite trug zu seinem Aufschwung bei, indem er die Flotte von Marcus Antonius und Kleopatra, die ihm in der Schlacht bei Actium im Jahr 31 v. Chr. in die Hände fiel, hierherbrachte.

Das schrieb mein Schwiegersohn, der Historiker Tacitus in dem Werk, das er mir gewidmet hat, „De vita Agricolae“ 98 n. Chr.“

Octavianus Augustus würde noch detaillierter berichten :

Ich wurde 27 v. Chr. der erste römische Kaiser unter dem Namen Augustus, nachdem ich Kleopatra, die Königin von Ägypten, bei Actium besiegt hatte. Ich machte Forum Julii zu meinem Flottenstützpunkt und mit seinen 17 Hektar zum größten Kriegshafen des „Mare Nostrum“. Ich installierte dort eine Kolonie von Veteranen der VIII. Legion, die von meinem Adoptivvater Julius Caesar gegründet worden war. Die Stadt wurde nach und nach mit großen Gebäuden geschmückt: Amphitheater, Aquädukt, Stadtmauer und monumentale Stadttore.“

Kurz vor dem Fall des Weströmischen Reiches wurde Saint-Léonce im Jahr 433 Bischof von Fréjus. Er berichtet :

Bereits 374 wurde beim Konzil in Valence ein Bischof für Fréjus vorgesehen, der jedoch nie kam. Somit wurde ich der erste Bischof dieser Stadt. Ich konnte dort die erste Kathedrale mit ihrer Taufkapelle errichten.“ Nach der Zerstörung durch die Sarazenen im Jahr 990 unternahm Bischof Riculphe mit Hilfe von Graf Guillaume de Provence die Restaurierung des Bischofssitzes.“

Viel später war Jacques Duèze (Jakob von Cahors) Bischof von Fréjus, der spätere Papst Johannes XXII.

Ich hatte das Amt des Bischofs von Fréjus von 1300 bis 1310 inne. Ich ließ meinen Bischofspalast in Fréjus befestigen, bevor ich den Palast in Avignon befestigen ließ, wo ich 1316 unter dem Namen Johannes XXII. zum Papst gewählt wurde“

Dann berichtet der Bischof von Fleury, der auch “Herr von Fréju“ genannt wurde :

“Ich war von 1699 bis 1715 Bischof von Fréjus und dann ab 1726 Premierminister von Ludwig XV. Doch es war ein anderer König, Heinrich II., der 1585 in Fréjus einen Sitz der Admiralität errichten ließ.“

Doch lassen wir auch einen berühmten Sohn von Fréjus von sich erzählen :

Ich bin Emanuel-Joseph Siéyès, geboren in Fréjus am 3. Mai 1748. Mein Pamphlet, das ich im Januar 1789 schrieb, „Qu’est-ce que le Tiers état?“ (Was ist der Dritte Stand), machte mich berühmt und meine Stadt zur Wiege des revolutionären Denkens, zumal General Bonaparte auf seiner Rückkehr aus Ägypten am 9. Oktober 1799 in Fréjus wieder französischen Boden betrat.“

Napoleon Bonaparte würde dagegen berichten :

“Ich war in der Tat zwei Mal in Fréjus. Nach einem Blitzbesuch 1799 kehrte ich noch einmal zurück, aber diesmal, um zur Insel Elba zu fahren, wohin ich verbannt worden war. Ich habe die Auberge Pascal, wo ich die Nacht vom 27. auf den 28. April 1814 verbrachte, in guter Erinnerung. In dieser Herberge folgte ich auf Papst Pius VII., der dort vom 8. auf den 9. Februar 1814 übernachtet hatte, nachdem er von mir freigelassen worden war. Er hatte bereits die Nacht vom 6. auf den 7. August 1809 in dieser Stadt verbracht, aber damals unter der Bewachung meiner Truppen im Hôtel des Quatre Saisons.“

Victor Hugo schrieb einen der schönsten Sätze voller Emotion über Fréjus :

“Allen Orten voller Erinnerungen entströmt eine Träumerei, die trunken macht und dich veranlasst, lange ziellos durch die Gassen zu schlendern…

Ein Zufall hatte mich bei meinem Aufenthalt in Fréjus am 10. Oktober 1839 in das Hôtel Pascal geführt, wo ich in meinem Reisebericht das Zimmer beschreiben konnte, in dem der Kaiser geschlafen hatte.“

Der berühmteste unter den Ministern, die in Fréjus gewohnt haben, ist Maréchal Galliéni :

Ich beschloss 1915, in Fréjus und seiner Region die Camps du Sud-Est zu installieren. Dies war ein Übergangs- und Erholungslager für die Kolonialtruppen, in dem in meiner Wahlheimat, wo ich im Château de la Gabelle lebte, Soldaten aus den Kolonien aufgenommen wurden, die Frankreich verteidigen wollten. Diese Garnisonsstadt beherbergte bereits seit 1912 den Marineflughafen, von wo am 23. September 1913 der Luftfahrtpionier Roland Garros zu seinem Flug nach Tunesien gestartet war. Dies war der erste Flug, mit dem das Mittelmeer überquert wurde.“

Oder auch… Jean Cocteau, der 1963 mit der Kapelle Notre Dame de Jérusalem sein letztes Meisterwerk in Fréjus schuf und den man mit seinem Freund Pablo Picasso oft in der Arena sah.

All dies waren Höhepunkte der Geschichte unserer Region, die einen fruchtbaren Boden für die jüngere Geschichte unseres Landes bildet.

Nach der Erneuerung unserer Landwirtschaft hatten die Weinberge und Sonderkulturen Weizen und Viehfutter ersetzt. Doch erst das Aufkommen des Tourismus machte die Stadt Fréjus zu einem der wichtigsten Urlaubsorte an der Côte d’Azur.

Auch der Bruch des Staudamms von Malpasset in der Nacht des 2. Dezember 1959 verlangsamte den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Stadt nicht. Höhepunkte waren der Bau des Jachthafens Port-Fréjus 1989 und 2013 und des Theaters „Le Forum“ im Jahr 2010 durch Jean-Michel Wilmotte.

Philippe Cantarel, Guide Conférencier de l’Office de Tourisme

Philippe cantarel Histoire de fréju